Satellit # 7 „Galerie des Westens“ Offene Systeme

With works by Marikke Heinz-Hoek, Gabriele Künne, Erika Plamann, Cordula Prieser and Maja Rohwetter

OFFENE SYSTEME

Ein dampfender Kochtopf, ein gefrorener Fisch in der Sonne…ursprünglich aus der Thermodynamik stammend, wird ein System als offen bezeichnet, wenn an seinen Schnittstellen hinsichtlich einer seiner Kategorien ein Austausch stattfindet, dessen Energiebilanz ungleich null ist.

In der Informationstechnik wiederum versteht man unter einem offenen System eine Systemumgebung, die durch offene Schnittstellen Interoperabilität, Portabilität und Erweiterbarkeit sichert.
Diese Ausstellung öffnet eine Schnittstelle für den Austausch zwischen den Systemen „GaDeWe (Galerie des Westens) Bremen“ und „Axel Obiger Berlin“.
Interoperabilität, also die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von Systemen, kann durch gemeinsame Standards gesichert werden.
Interoperabilität kann aber auch die Fähigkeit unabhängiger heterogener Systeme sein, möglichst nahtlos zusammenzuarbeiten ohne vorherige Absprachen.
Dabei muss sich Interoperabilität nicht auf Informationsaustausch beschränken, sondern kann auch auf konzeptueller oder semantischer Ebene ansetzen.
In diesem Sinne zeigt die aktuelle Ausstellung die Interoperabiltät der zwei Systeme „GaDeWe (Galerie des Westens) Bremen“ und „Axel Obiger Berlin“, die strukturell sehr unterschiedlich funktionieren, sowie der jeweiligen künstlerischen Systeme der ausstellenden Künstlerinnen Marikke Heinz-Hoek, Cordula Prieser und Erika Plamann aus Bremen und Gabriele Künne und Maja Rohwetter aus Berlin.
Alle verfolgen innerhalb ihrer eigenen sehr heterogenen Systeme eine Offenheit und Durchlässigkeit hinsichtlich der Kategorien, in denen die jeweilige künstlerische Arbeit sich bewegt. Absichtlich werden Erwartungen an ein Genre oder ein Material in Frage gestellt, um das System für Unerwartetes zu öffnen.

Marikke Heinz-Hoek legt in ihrer Videoarbeit durch die verändernde Wirkung der Erinnerung autobiografische Erinnerungsräume frei. Cordula Prieser nutzt Teile von Alltagsmöbeln und grundlegende textile Techniken wie das Stricken zur Flächenerzeugung für die formale, inhaltliche und räumliche Erweiterung ihrer Skulpturen. Erika Plamann arbeitet mit der Transformation von festgelegten Klischeefiguren aus Rollen eines gängigen Kitschbegriffs in keramische Figurationen an der Grenze zur Abstraktion.
Gabriele Künne wählt für ihre keramischen Plastiken statt traditionellem Modellieren das Falten und Bearbeiten glatt ausgerollter Flächen, die beinahe industriell wirken. Die einseitige Glasur suggeriert eine Innen-und Außenseite; die Formensprache hinterfragt die keramische Form als Hohlkörper. In den Collagen von Maja Rohwetter verbinden sich bekannte und unbekannte Formen auf unterschiedlichen Ebenen malerischer und digitaler Repräsentation. In den entstehenden Bildräumen gerät der Realtitätsbegriff ins Schlingern.

Wir sind gespannt, welche Transfers von Wahrnehmung und Bedeutung zwischen den Exponaten entstehen und welche Erkenntnisse sich auch hinsichtlich der beiden Systeme GaDeWe und Axel Obiger ergeben.

Seit dem 27. Januar bis 2. März ist in Bremen die Kooperationsausstellung „Leerende Gähne“ mit den Axel Obiger- Künstlern Harriet Groß, Thilo Droste und Matthias Moravek und dem GaDeWe- Künstler Michael Wendt zu sehen.

Fri, 16 Feb, 19.00h22.00h
17 Feb 201810 Mar 2018

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